Akzeptieren, was man nicht ändern kann



Die meisten Menschen, die uns tagtäglich umgeben - unsere Lieben, Freunde, Kollegen, Nachbarn usw. - haben Schwächen. Es gibt Dinge in ihrem Verhalten, ihrem Auftreten und ihrer Denkweise, die wir gerne ändern würden. Entweder ist der Partner oder die Partnerin zu aufgeschlossen oder zu schüchtern. Zu faul oder zu ehrgeizig. Zu sozial oder nicht sozial genug. Manches, was sie tun, ärgert uns, wir sind mit ihrer Meinung zu bestimmten Themen nicht einverstanden, einige ihrer Gewohnheiten gefallen uns nicht. Und all das hindert uns daran, ihre Gesellschaft zu genießen, sie so zu schätzen, wie sie sind, sie zu akzeptieren und gut zu ihnen zu sein.


Auf der Suche nach etwas Besserem


Warum sollten wir jemanden, der bereits Teil unseres Lebens ist, der auf seine eigene, einzigartige Weise perfekt ist, versuchen zu verändern, damit er unseren Erwartungen entspricht? Ist das nicht egoistisch? Wir leben mit einem Ideal davon, wie sich ein anderer Mensch zu verhalten hat, und wenn er nicht tut, was wir erwarten, sind wir enttäuscht. Wir sind konstant auf der Suche nach etwas „Besserem“, – doch werden wir jemals zufrieden sein?


Niemand schuldet euch etwas


Jedes Mal, wenn ihr euren Ehepartner dafür kritisiert, dass er zu oft Videospiele spielt oder zu viel Geld ausgibt, versucht ihr, ihn zu ändern. Ihr seid davon überzeugt, dass sie ihre Zeit und ihr Geld "verantwortungsvoller" nutzen sollten - und wahrscheinlich wisst ihr sogar genau wie. Jedes Mal, wenn ihr euch auf hitzige politische Diskussionen einlasst - online oder persönlich -, versucht ihr, euer Gegenüber zu ändern. Denn ihr glaubt, dass es zwingend notwendig ist, dass andere euren Standpunkt teilen, weil es schließlich der einzig Richtige ist. Wir haben die irregeleitete Vorstellung, dass die Welt sich ändern muss, um unseren Gefühlen und Meinungen zu entsprechen. Wir sind davon besessen, andere Menschen so zu formen, wie wir sie sehen wollen. Und die Ironie dabei ist, dass andere Menschen - in Form unserer Eltern, Partner, Freunde und Kollegen - davon versessen sind, euch zu ändern. Sie streiten mit euch über eure Musik- und Essensvorlieben, eure politische Einstellung, darüber, wohin ihr in den Urlaub fahren solltet, und darüber, ob ihr euch scheiden lassen solltet oder nicht.


Die Wahrheit ist, dass die Welt euch nichts schuldig ist. Die Menschen müssen sich nicht ändern, damit ihr euch wohlfühlt. Niemand muss seine Meinung über etwas ändern oder sein Verhalten anpassen, damit es eurer Weltanschauung entspricht. Darauf habt ihr keinen Anspruch. Die Kehrseite der Medaille ist, dass ihr auch niemandem etwas schuldig seid.


Nehmt es oder lasst es


Ihr werdet nun vielleicht sagen: "Das hört sich alles sehr gut an, aber was ist, wenn die Person, die ich zu ändern versuche, mir schadet? Sollte ich nicht ausdrücken, was ich fühle und meine Grenzen wahren?"

Meine Antwort darauf lautet ganz klar: Ja. Wenn die Handlungen einer Person euch Schaden zufügen oder Unbehagen verursachen, solltet ihr das auf jeden Fall ansprechen. Wenn sich die Person jedoch weigert, ihr Verhalten zu ändern, ist dies eine bewusste Entscheidung. Ein solches Verhalten kann Teil der eigenen Persönlichkeit, der eigenen Priorität oder Wunschempfinden sein. Ob das gesund ist oder nicht - das haben wir nicht zu entscheiden. Ihr können ihn nehmen, wie er/sie ist, oder Sie können ihn/sie verlassen.


Konzentriert euch auf euch selbst


Der Hauptgrund, warum wir uns auf andere fixieren, liegt darin, dass es schwer ist, sich selbst zu ändern. Es ist einfacher, andere Menschen zu verurteilen und zu kritisieren und ihnen die Schuld in die Schuhe zu schieben, da man so die Unannehmlichkeiten vermeiden kann, sich seinen eigenen Problemen zu stellen und etwas dagegen zu tun.

Wie wir jedoch bereits besprochen haben, ist der Versuch, andere zu ändern, eine vergebliche Liebesmüh. Wir haben keinen Einfluss auf das, was andere Menschen denken und tun, und wenn wir uns selbst etwas vormachen, werden wir am Ende sehr enttäuscht sein und bereuen, dass wir Zeit und Energie verschwendet haben.

Der/die Einzige, den/die wir kontrollieren können, sind wir selbst.


Erkennt, dass euer Glück nicht von anderen abhängig ist


Nur weil jemand an euch zweifelt, heißt das nicht, dass ihr nicht erreichen könnt, was ihr anstrebt und dabei erfolgreich sein könnt. Nur weil jemand eure Überzeugungen nicht teilt, bedeutet das nicht, dass ihr sie nicht weiterhin aufrechterhalten und pflegen könnt.

Euer Glück hängt nicht davon ab, ob andere an das glauben, was ihr glaubt, und das unterstützten, was ihr tut. Auch der ständige Versuch, andere davon zu überzeugen, dass ihr das Richtige tut, ist eine Verschwendung von Energie, die man in das Erreichen des gewünschten Ergebnisses stecken könnte. Ein solch hartnäckiges Bedürfnis nach sozialer Bestätigung ist auch ein Zeichen für mangelndes Vertrauen in euer Streben. Schließlich seid ihr niemandem eine Erklärung für eurer Handeln oder eure Überzeugungen schuldig. Tut das, was ihr für richtig haltet - für euch selbst.

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