Bist du ein Overthinker? – 5 Tipps, wie du deiner Gedankenspirale entkommst



Grübeln, nachdenken, Sorgen machen, den Kopf zerbrechen: Overthinking heißt das Phänomen, bei dem sich die Gedanken nicht abstellen lassen. Overthinker werden schnell zu Sklavinnen ihrer eigenen Gedanken. Heute stelle ich euch 5 Tipps vor, wie ihr euer Gedankenkarussel stoppen könnt.


Was ist ein Overthinker?


Der Begriff klingt erst einmal wie amateurhaftes Englisch ist tatsächlich aber der sowohl im Englischen sowie im Deutschen verwendete Begriff für Menschen, die zu viel Zeit damit verbringen, etwas auf eine Art zu analysieren, die mehr schadet als hilft. Nicht immer sind solche Gedanken gefährlich und auch ein seltenes Auftreten solcher Gedanken ist normal. Problematisch wird es dann, wenn die Gedanken beginnen, unser Leben zu beeinträchtigen. In der Wissenschaft wird dieses Phänomen als „Rumination“ übersetzt auch „Wiederkäuer“ bezeichnet. Rumination kann sich als Effekt von Depressionen oder Angstzuständen äußern. Das Wiederkäuen von Problemen - ob vergangenen oder aktuellen - kann auf Dauer zu psychischen Erkrankungen führen.


Wiederkäuer: Der Ausdruck Wiederkäuer kommt daher, dass der vorverdaute Nahrungsbrei in Ruhephasen des Tieres hochgewürgt und nochmals zerkaut wird, bevor die weiter zerkleinerte Nahrung erneut verschluckt wird. Dasselbe Prinzip zeigt sich beim Overthinking: Betroffene geraten in eine negative Gedankenspirale, aus denen sie über Stunden nicht entkommen. Sie kauen auf Gedanken herum und malen sich aus, wie alles immer schlimmer wird.

Was kannst du gegen zu viel Grübeln tun?


Mit der richtigen Herangehensweise können wir aus der Gedankenspirale entkommen.


1. Glaubenssätze überdenken


Oft basieren Ängste auf Aberglauben oder gefestigten Einstellungen, die zu fehlgeleiteten Glaubenssätzen führt. Zum einen denken Overthinker unbewusst an die vorbeugende Wirkung von Ängsten: Wenn du dir deine Ängste ausmalst, meinst du, du könntest die befürchteten Ereignisse beherrschen und ihr Eintreffen abwenden. Zum anderen glauben Overthinker nur ihren Einstellungen, die sie über ihr Leben oder schlechten Erfahrungen gesammelt haben. Beispiele können sein: Männer gehen immer fremd, Frauen sind alle hinterlistig usw. Sie denken daher, sie könnten Entwicklungen voraussagen und wären somit auch auf die vorausgesagten Geschehnisse eingestellt und gegen sie gewappnet. Um aus dem fest verankerten Glaubenssätze auszubrechen, ist es wichtig, euch klar zu machen, dass niemand die Zukunft voraussehen kann, auch ihr nicht. Macht euch frei von dem Gedanken, dass Ängste euch vor etwas schützen oder vorbereiten könnten.


2. Eigene Gedanken infrage stellen


Wenn sich eure Aufmerksamkeit auf einen Gedanken festgefahren hat und euch nicht mehr loslässt, versucht sie einmal von außen zu betrachten. Setzt euch sinnbildlich in den Kopf eines anderen, oft hilft dieses Vorgehen, um sich von außen zu betrachten. Erkennt, dass eure Gedanken nicht die Realität abbilden.


3. Vorsicht vor „Hätte“ „Sollte“ „Müsste“


Wenn ihr merkt, dass ihr in Gedanken abschweift, die mit „hätte“, „sollte“ oder „müsste“ beginnen, solltet ihr direkt die Notbremse ziehen. Denn diese Gedanken versetzten dich in emotionale Zustände. Sätze, die mit „Hätte ich nur“ beginnen, triggern oft Schuldgefühle und Bedauern. Auch andersherum gilt dasselbe Prinzip. Wenn ihr denkt, dass andere etwas hätten tun sollen, schnürt ihr in euch Wut, Frustration und Enttäuschung. Gedanken, die mit „Ich muss“ beginnen, setzen euch selbst unter Druck und Spannung.

4. Habe kein schlechtes Gewissen


Für Overthinker ist es oft frustrierend zu sehen, dass manche Menschen scheinbar sorgenfrei durchs Leben gleiten, während bei einem selbst die Sorgen in Endlosschleife kreisen. Es kann auch Freund- und Partnerschaften belasten, wenn die Nöte eines Overthinkers mit einem „Chill mal“ oder „Du übertreibst“ runtergespielt werden. Etwa 25 bis 40 Prozent der Menschheit hat eine biologische Prädisposition für Hochsensibilität, die Overthinking begünstigt. Overthinking kann genetisch bedingt sein, daher solltet ihr kein schlechtes Gewissen haben, sondern eure Probleme lieber mit einem Faktencheck überprüfen.


5. Diffuse Sorgen durch konstruktive Besorgnis ersetzen


Oft entstehen die Gedankenspiralen auch durch die eigene Besorgnis. Aber anstatt darüber in Endlosschleife nachzudenken, hilft es, wenn ihr einfach aktiv werdet. Wenn ihr euch zum Beispiel Sorgen um das Vergehen des Partners macht, dann sprecht es an (nach einem Faktencheck), anstatt immer ängstlicher und wütender zu werden. Ersetzt diffuse Sorgen durch konstruktive Besorgnis.


Besorgnis: Die Besorgnis hat immer ein bestimmtes Ziel und eine Handlung zufolge. Sie ist weitaus konstruktiver als Overthinking – ein Spirale aus Gedanken, die nirgendwohin führen.

Kein Mensch bleibt zwangsläufig Opfer seiner negativen Gedanken! Enttarne deinen Aberglauben und prüfe deine Gedanken mit einem Faktencheck! 🧡

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