Toxische Beziehungen: 4 Anzeichen und was du dagegen tun kannst



Liebe macht blind. Vor allem dann, wenn es eigentlich gar keine Liebe ist. Beziehungen sollten uns glücklich machen, leicht fühlen lassen und in die Zukunft blicken. Doch es gibt auch Beziehungen, die zu Beginn vielleicht dieselben Merkmale aufweisen, aber irgendwann nur noch zehrend sind und seelisch krank machen. Bis sie nur noch eine Verbindung zweier Menschen ist, die vor lauter sentimentalem Nebel und emotionaler Abhängigkeit gar nicht merken, dass sie einander nicht guttun. Heute sprechen wir über toxische Beziehungen und den Weg heraus.


Sie beginnt im Kleinen


Es gibt für toxische Beziehungen keine Definition per se; vielleicht ist sie deshalb auch so schwer erkennbar. Toxische Beziehungen beginnen nicht erst mit physischer Gewalt. Sie beginnen im Kleinen. Dann, wenn unser Gegenüber bewusst kontrolliert, manipuliert und schlecht fühlen lässt. Dann, wenn uns die Beziehung die meiste Zeit unglücklich zurücklässt und wir uns nur noch selbst hinterfragen. Es sind toxische Verhaltensweisen unseres Gegenübers, egal ob es der Partner*in ist oder eine Person im familiären oder im Freundeskreis, die uns unsicher werden lassen. Bis man Sicht fragt: Bin ich wirklich so ein schlechter Mensch?


Du bist für alles verantwortlich


In einer gesunden Beziehung geht es darum, dass wir uns angenommen und gesehen fühlen; so wie wir sind. Das heißt nicht, dass es keine Diskussionen, Streitigkeiten oder Kritik gibt. Sie sollten aber aus einem fürsorglichen, liebevollen Standpunkt kommen. Wenn wir aber klein gehalten werden und in jeder Situation und schon bei den kleinsten Dingen kritisiert und verunsichert werden. Dann versucht unser Gegenüber, uns für das Beziehungsunglück verantwortlich gemacht zu werden. Dem Partner wird das Gefühl gegeben, der schwarze Peter zu sein und an allem Schuld zu haben. Jedes Gespräch wird zum schwierigen Eiertanz, nur um den nächsten Streit zu vermeiden.


„If you ever find yourself in the wrong story, leave.“

Du kannst nicht du selbst sein


Wenn wir nur noch die Antwort geben, die den Freund oder die Freundin bei Laune hält. Wenn wir das Lieblingskleid nicht mehr tragen, weil der Mensch, den wir lieben, das Kleid zu aufreizend findet. Dann können diese Verhaltensweisen Anzeichen für toxische Beziehungen sein. Unser Gegenüber versucht uns dann nach seinen eigenen Wünschen und Erwartungen zu formen. Alles, was gegen seine Erwartungen von dir spricht, wird mit Streit und heftigen Auseinandersetzungen aus dem Weg geschaffen. Am Ende bleibt ein Gefühl von Unwohlsein; als wäre man eine Marionette, die am seidenen Faden hängt und sich nach dem Wunsch des Partners bewegt.

Deine Vitalquellen werden beraubt


Vitalquellen sind Dinge, die euch im Leben glücklich machen. Sei es ein Hobby, Zeit mit Freunden oder die Familie. Wenn euer/ eure Partner/in diese Dinge immer mehr vermiest, sie schlecht redet, missbilligt oder sonst wie versucht von euch abzuschirmen, ist das ein toxisches Verhalten. In diesem Moment legt der Partner die Verantwortung seines eigenen Lebensglückes in eure Hände – eine Abhängigkeit, die ihn/ sie dazu bringt, alles von euch abzuschotten, nur damit er/sie selbst gesehen, bedingungslos geliebt und getragen wird.



Du freust dich nicht mehr


Geteilte Freude ist doppelte Freude – doch nicht in toxischen Beziehungen. In solchen Konstellationen verursacht die Freude des Partners Angst; und zwar vor allem dann, wenn sie ihren Ursprung nicht in der Beziehung hat, sondern aus einem eigenständigen Erlebnis des Partners rührt. Erfolge und schöne Erlebnisse werden dadurch immer weniger mit dem Partner geteilt. Schließlich schweißen nur noch Ärger und Leid euch zusammen.

Weg aus der toxischen Spirale


Der wichtigste Schritt ist eine schonungslose Analyse dessen, was ist. Schreibt euch eine Pro- und Kontra-Liste, was in den letzten drei Monaten gut und schlecht gelaufen ist. Wenn die Kontra Punkte stark überwiegen und ihr merkt, dass die meiste Zeit für euch eher qualvoll und erschöpfend ist, als das es schön war, so ist es vielleicht an der Zeit, über eine Trennung nachzudenken. Verlasst die toxische Beziehung und umgebt euch mit Menschen, die euch emotional nähren, Halt geben und euch schlicht und einfach guttun. Erfüllt euren langlegten Wunsch; eine Reise oder eine Anschaffung vielleicht. Belohnt euch dafür, dass ihr es geschafft habt, den ersten Schritt in die Unabhängigkeit gemacht zu haben.



Liebe, Geborgenheit, Empathie und Rückhalt: Das wünschen sich Menschen, wenn sie eine zwischenmenschliche Beziehung eingehen. Toxische Beziehungen sind dagegen ein reines Abhängigkeitsverhältnis, in denen bei einem/einer Partner/in psychisches oder körperliches Leid entsteht. Zu erkennen, dass man in einer toxischen Beziehung steckt, ist schwer. Man liebt schließlich die Person, die einem durch ihr Verhalten schadet. Doch manchmal ist auch Liebe nicht genug. 💜

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