Verlustangst erkennen und überwinden

Aktualisiert: 30. Juni 2021



Niemand möchte einen Geliebten verlieren. Dennoch gibt es Menschen, die besonders stark an der Verlustangst leiden. Problematisch wird sie dann, wenn sie im täglichen Leben, vor allem in Beziehungen überhandnimmt. Was hinter der Verlustangst steckt und wie man sie mit oder ohne den Partner überwindet? Das erfahrt ihr im heutigen Blog.


Was steckt hinter der Verlustangst?


Sicherlich geht es vielen Menschen so, dass sie Angst haben, ohne ihren Partner leben zu müssen. Dass der Partner einen nicht mehr liebt, dass man sich entzweit oder dass sich einer von beiden abwendet. Auch wenn das Gefühl sicherlich jeder mal erfahren hat, so geht es bei der Verlustangst um weit mehr als das. Es geht um ein Extrem, welches oft eine krankhafte bzw. extreme Eifersucht mit sich zieht. Zum einen, weil es den Partner sehr einschränkt und er sich stark kontrolliert vorkommt. Zum anderen stehen Betroffene dadurch selbst unter einem enormen Leidensdruck. Die Angst, der Partner konnte nicht mehr da sein, ist allgegenwärtig und bestimmt Gedanken und Handeln.


Woher kommt die Verlustangst?


Oft liegt die Ursache für übermäßige Verlustangst schon in der Kindheit. Erlebnisse wie der Tod eines Elternteils oder die Trennung der Eltern können das Kind schon früh traumatisierten. Aber auch übermäßig ängstliche Eltern oder ein Mangel an Sicherheit und Geborgenheit im Kindesalter können das Kind prägen und zu starken Verlustängsten im Erwachsenenalter führen. Weitere Ursachen für Verlustängste sind zum Beispiel Depressionen, ein geringes Selbstwertgefühl, eine fehlende Bezugsperson oder der Betrug eines Partners.


Wie zeigt sich die Verlustangst?


Die ständige Sorge, verlassen zu werden, sorgt dafür, dass Menschen mit Verlustangst sich sehr abhängig von ihrem Partner machen. Sie brauchen seine Nähe, seine Aufmerksamkeit und seine ständige Bestätigung. Für sie ist die Partnerschaft stets fragil und gefährdet. Das Klammern zeigt sich in Fragen, wie „Findest du mich überhaupt noch attraktiv?“, „Du hast gar nichts zu meinem neuen Oberteil gesagt“ oder „Liebst du mich überhaupt noch“ und kann auf Dauer den Partner sehr stark einschränken und die Beziehung belasten. Die ständige Angst vor einer Trennung führt aber gleichzeitig auch dazu, dass Menschen mit Verlustängsten anfangen, ihren Partner kontrollieren zu wollen. Sie sind ständig misstrauisch und beobachten ihren Partner auf Schritt und Tritt, immer im Glauben, dass das Misstrauen berechtigt ist und der Partner sie nicht mehr liebt.


Wie kann man die eigene Verlustangst überwinden?


Selbsterkenntnis und Ursachenforschung


Der erste Schritt zur Besserung ist immer die Selbsterkenntnis. Die Reflexion und die Erkenntnis des eigenen Problems ermöglicht es Betroffenen, an diesen zu arbeiten und nach Lösungen zu suchen. Als Nächstes ist es für Betroffene wichtig, die Ursache für die eigene Verlustangst zu identifizieren und eigene Verhaltensmuster zu erkennen. Hier hilft oft ein Tagebuch, in dem typische Situationen aufgeschrieben werden. So kann man Muster erkennen und das eigene Problem mit etwas Abstand betrachten und reflektieren.


Ängste ausformulieren und den Fokus auf das Positive zu setzen


Wer an Verlustangst leidet, sollte auch versuchen, Dinge positiv zu bewerten. Allzu oft nehmen negative Gedanken und Gefühle überhand, sodass die positiven Dinge im Leben gar nicht mehr wahrgenommen werden. Hier hilft es, den eigenen Blickwinkel zu ändern und jeden Tag drei Dinge aufzuschreiben, für die man dankbar ist. Wie bei anderen Routinen lernen Betroffene durch diese Übung das Negativ-Muster irgendwann automatisch zu kippen.


Selbstwertgefühl stärken und sich selbst lieben lernen


Betroffene sollten zudem an ihrem Selbstwertgefühl arbeiten. Und zwar nicht, indem sie das weiterhin von der Gunst ihres Partners abhängig machen, sondern auch mit sich selbst zufrieden werden. Nur so kann man das eigene Selbstwertgefühl aufbauen und sich liebenswert finden – und somit nicht ständig in der Angst leben, verlassen zu werden.


Wie geht man mit den Verlustängsten des Partners um


Das A und O bei Verlustängsten bleibt die Kommunikation. Dazu gehört, gemeinsam über die Sorgen und Ängste des Partners zu sprechen und daran zu arbeiten. Wenn ihr einen Partner mit Verlustängsten habt, solltet ihr ihn nicht dafür kritisieren, sondern Verständnis zeigen und ihn ermutigen, an seinen Problemen zu arbeiten. Macht eurem Partner bewusst, dass er oder sie euch vertrauen kann. Dazu gehört aber auch, dass ihr eure eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verliert und Freiraum für euch selbst schafft.


Die Bewältigung der Verlustangst fängt immer bei einem selbst an. Versucht euch selbst lieben zu lernen und eure eigenen Gedanken zu lenken, um nicht immer in negative Gedankengänge abzudriften. Ich selbst leide auch unter Verlustängsten und versuche gerade den ersten Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Ich bin mir sicher, ihr schafft das auch! 🧡

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